Warum habe ich so lange gewartet?

Standard

Es ärgert mich, ich ärgere mich. Und zwar über mich selbst.

So oft habe ich mir abends gesagt, ich sollte zum Hörer greifen und Dich anrufen. Dich fragen, wie es Dir geht und ob ich etwas für Dich tun kann.

Dann verging wieder und wieder eine Woche und obwohl das schlechte Gewissen immer größer wurde, habe ich es nicht auf die Reihe bekommen, mich bei Dir zu melden.

Dann, am 2.März morgens auf dem Weg zur Arbeit warst Du so intensiv present in meinen Gedanken, dass ich ahnte, es sei zu spät.

Per Email kommt die Bestätigung zwei Stunden später.

Die lebensfrohe, mutige und so tapfere Micky ist von uns gegangen.

Es tut weh, richtig weh. Und zu dem Schmerz der Trauer gesellt sich der Schmerz der Wut. Wut über mich selbst, Wut über die Ungerechtigkeit, über das Schicksal und vor allem Wut über den verdammten scheiss Kerl namens Krebs.

Du hast mich auf dem Berg begleitet, hast mir auf den letzten Höhenmetern Mut gemacht und mich nicht umkehren lassen. Du hast das Unglaubliche wahr gemacht! Du warst mein Held, und nicht nur auf dem Berg!

Wir waren einige Hundert auf Deiner Trauerfeier. Hunderte junger Menschen, denen Du begegnet bist mit Deiner außergewöhnlichen Art, Deinem warmen Herzen, Deinem unerbitterlichem Mut. Und im Meer von Blumen, im Meer von Tränen steht Deine Asche in einer dunkelblau schimmernden Urne und Du lächelst uns auf dem Photo davor an als würdest Du uns sagen wollen: “seid nicht so traurig!”

Micky, ech hunn Dech an mengem Hierzen. Fir emmer!

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s