Category Archives: Foi

Warum habe ich so lange gewartet?

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Es ärgert mich, ich ärgere mich. Und zwar über mich selbst.

So oft habe ich mir abends gesagt, ich sollte zum Hörer greifen und Dich anrufen. Dich fragen, wie es Dir geht und ob ich etwas für Dich tun kann.

Dann verging wieder und wieder eine Woche und obwohl das schlechte Gewissen immer größer wurde, habe ich es nicht auf die Reihe bekommen, mich bei Dir zu melden.

Dann, am 2.März morgens auf dem Weg zur Arbeit warst Du so intensiv present in meinen Gedanken, dass ich ahnte, es sei zu spät.

Per Email kommt die Bestätigung zwei Stunden später.

Die lebensfrohe, mutige und so tapfere Micky ist von uns gegangen.

Es tut weh, richtig weh. Und zu dem Schmerz der Trauer gesellt sich der Schmerz der Wut. Wut über mich selbst, Wut über die Ungerechtigkeit, über das Schicksal und vor allem Wut über den verdammten scheiss Kerl namens Krebs.

Du hast mich auf dem Berg begleitet, hast mir auf den letzten Höhenmetern Mut gemacht und mich nicht umkehren lassen. Du hast das Unglaubliche wahr gemacht! Du warst mein Held, und nicht nur auf dem Berg!

Wir waren einige Hundert auf Deiner Trauerfeier. Hunderte junger Menschen, denen Du begegnet bist mit Deiner außergewöhnlichen Art, Deinem warmen Herzen, Deinem unerbitterlichem Mut. Und im Meer von Blumen, im Meer von Tränen steht Deine Asche in einer dunkelblau schimmernden Urne und Du lächelst uns auf dem Photo davor an als würdest Du uns sagen wollen: “seid nicht so traurig!”

Micky, ech hunn Dech an mengem Hierzen. Fir emmer!

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Hellbau trifft rosarot.

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Am Himmel des 9. August 2015. Ich geniesse die Ruhe des Sonntag Abends. Vom Nachbargrundstück kommen Klänge einer E-Gitarre, ansonsten ist es sehr still in meinem kleinen Dorf und der Tag geht mit einem schönen Licht langsam zu Ende. Die Flieger hinterlassen rosa Kondenzstreifen, das gefällt mir. Graue getupfte Wolken auf rosa-gelbem Hintergrund und darunter ein Streifen von hellblauem Himmel. Auch das gefällt mir. Leider verwöhnt mich dieser Sommer nicht mit vielen von diesen lauen Abenden, das Auf und Ab des Wetters drückt auf das Gemüt.

Ein Stapel Bügelwäsche wartet geduldig auf mich und den morgigen Tag, er wird leider vom Hinschauen nicht kleiner. Heute abend ist es mir wichtiger nur das zu machen worauf ich Lust habe – und Bügeln gehört da nun mal gar nicht rein.

Der Versuch, ein paar sinnvolle Zeilen an eine Freundin auf Papier zu bringen scheitert. Ich merke, dass es wahrlich nicht einfach ist, auf der anderen Seite zu sein. Auf der Seite, wo man die richtigen Worte für schwierige Zeiten finden möchte. Und dabei sollte ich doch die nötige Erfahrung haben. Gerade heute. Falsch gedacht.

Meine Gedanken reisen durch die letzten zwei Jahre. Genau hier – vor 24 Monaten – hat mein Leben eine grosse Veränderung erfahren. Es scheint eine lange Zeit seitdem vergangen zu sein, die körperlichen Wunden sind geheilt aber die Psyche fordert etwas mehr Zeit in der Bewältigung von Grenzerfahrungen. Zu schnell glaubt man, wieder “normal” funktionieren zu können und vergisst, seiner Seele die nötige Pflege zukommen zu lassen. Es braucht eine Weile bis die Erinnerungen an die dunklen Tage verblassen, bis man akzeptiert, dass zu dem “neuen” Leben auch immer ein Restrisiko gehören wird, dass man nun besonders sensibel reagieren wird, wenn im Bekanntenkreis eine schlechte Diagnose gestellt wird. Aber all das bietet auch die Chance besonders aufmerksam zu leben und jeden noch so kleinen Moment der Freude und des Glückes zu schätzen, so wie der Blick auf rosa-rote Wolken.

Eindrücke, Emotionen, Energien – Impressions, Emotions et Energies…Relais pour la Vie 2015

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Ein sehr bewegendes Wochenende liegt hinter mir und viele schöne Bilder in meinem Kopf lassen mich die starken Momente des Relais pour la Vie 2015 wieder und wieder erleben.

Zum 10. Mal in Folge beweist die Fondation Cancer in Luxembourg ein unglaubliches Organisationstalent vorallem bei stetig steigender Teilnahmerzahl. Wir waren mehr als 10.000 Personnen. Ich ziehe meinen Hut, sogar mehrfach !

Für mich war es das zweite Relais und ich habe es mit grosser Emotion durchlebt. Vor einem Jahr war es sehr schwer, bis zum Schluss auf den Beinen zu bleiben denn ich war in laufender Chemotherapie. Ich habe damals die vielen rennenden Leute auf der Piste bewundert und mir selbst ein Versprechen gegeben… 2015 werde ich zum Abschluss des Relais 20 Minuten selbst rennen. UND… ich war am Sonntag abend sehr stolz auf mich, es eingelöst zu haben – getragen von einer inneren Kraft, die ich in den letzten 12 Monaten entwickelt habe und getragen auch von der besonderen Energie in der Coque während der 24 Stunden des Relais.

Sehr gerührt war ich zudem als ich in der Ausstellung zum Thema begleitende Maltherapie ein Bild von mir entdeckt habe. Und es war sogar mein Erstlings-Werk was in der ersten Stunde meines Treffens mit der Malgruppe und der Kunsttherapeutin entstanden ist. Niemals hätte ich mir vorgestellt, dass ein Jahr später mein « Blind portrait » während des Relais 2015 gezeigt wird, ich war sehr stolz.

Und stolz war ich gestern auch als ich die Spende meines Teams “Mein Leben En Rose” von über dreitausend Euro für die Trophäe der Hoffnung 2015 an die Fondation Cancer überweisen durfte. Sehr sehr beeindruckend, ein ganz herzliches Dankeschön an all diejenigen, die dazu beigetragen haben.

Und hier nun einige Eindrücke dieses wichtigen Ereignisses für alle Menschen, die vom Krebs betroffen sind, sowohl Patienten als auch Angehörige, Freunde oder Kollegen. Eine schöne Gelegenheit, um Solidarität zu zeigen.

Ein kleines PS muss heute unter diesen Post: Alles Gute zum Geburtstag Mutti!

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Un week-end émouvant est derrière moi et les belles images dans ma tête font revivre les moments forts du Relais pour la Vie 2015.

Pour la 10ème fois la fondation Cancer à Luxembourg a montré un énorme talent en organisation surtout avec un nombre de participants impressionnant, on était plus que 10.000 personnes. Chapeau, chapeau et encore chapeau !

Pour moi, c’était le deuxième Relais et je l’ai vécu avec beaucoup d’émotions. Un an en arrière j’avais du mal à tenir le coup car j’étais en plein chimiothérapie. J’ai admiré tous ceux sur la piste en train de courir et je m’étais fait une promesse… en 2015 je vais clôturer le Relais avec 20 minutes de ma propre présence sur la piste mais en courant. ET… j’étais extrêmement fière de moi dimanche soir d’avoir réussi – porté par une force intérieure que j’ai développé les derniers 12 mois et porté par cette magnifique énergie à la Coque durant les 24 heures du Relais.

Très touchée j’ai découvert une peinture de moi dans l’exposition de la thérapie d’art de cette année. En plus c’était le tout premier œuvre lors de ma première rencontre avec le groupe de peinture et la prof. Jamais j’ai imaginé qu’un an plus tard mon « Blind portrait » sera choisi pour la sélection du Relais 2015, j’étais très fière.

Et très fière je l’étais aussi hier au moment du transfert de la collecte de l’équipe Mein Leben En Rose pour la Trophée de l’espoir 2015. Un montant superbe de plus que trois-mille Euro a été viré sur le compte de la Fondation Cancer. C’est impressionnant, un grand merci à tous ceux qui ont contribuer. Voici quelques impressions de cet évènement tellement important pour les gens touchés par le cancer, patient ou proche ou ami ou collègue. C’est une belle occasion de montrer sa solidarité.

Un petit PS pour ce poste d’aujourd’hui… Bon anniversaire Maman!

Zwanzig Vierzehn. Vingt Quartoze.

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Die letzten Stunden des Jahres regen mich dazu an, nochmal durch meine Bilder Zwanzig Vierzehn zu reisen. Eine Reise mit Höhen und Tiefen, mit ganz viel ruhigen Momenten aber auch vielen neuen Entdeckungen. Ein Jahr in dem ich viele interessante Menschen kennengelernt habe, einen besonderen Menschen hab verabschieden müssen, einen anderen besonderen Menschen wiedergefunden habe.

Liebe und Freundschaft, Kraft und Mut, Träumen und Glauben. Das alles hat mich durch die letzten 12 Monate getragen und all diejenigen, die mich begleitet haben, egal ob ganz nah bei mir oder weit weg. Sie sind mein 2014 und ich danke ihnen von ganzen Herzen.

Lasst uns alle dieses Jahr in Friede und Harmonie beenden und in ein paar Stunden ein schönes, gesundes und glückliches 2015 begrüssen.

Alles Gute!

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On my feet again.

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Ein bezaubernder Abend mit Freunden, meine Wohnung riecht nach indischer Küche und während die guten Seelen um mich herum schlafen, entdecke ich dieses wunderschöne Lied von Michael Bolton. “On my feet again”… ja, wieder auf den Füßen stehen! Dem Ende eines sehr bewegenden Jahres entgegensehen mit vielen Wünschen und Träumen für die kommenden 12 Monate.
Irgendwie ist es total verrückt was in einem Jahr so passieren kann!

Une magnifique soirée enter amis, mon appartement sent la cuisine indienne et pendant que les bonnes âmes autour de moi dorment déjà, je découvre cette belle chanson de Michael Bolton “On my feet again”… oui, sur mes pieds de nouveau! Je regarde vers la fin de cette année assez émouvante avec quelques bons vœux et rêves pour les prochains 12 mois.

  Quelque part c’est un peu fou ce qui peut arriver dans un an!

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Gonna break these chains around me
Gonna learn to fly again
Maybe hard maybe hard
But I’ll do it
When I’m back on my feet again.

Soon these tears will be drying’
Soon this eyes will see the sun
May take time, may take time
But I’ll see it
When I’m back on my feet again

When I’m ack on my feet again
I’ll walk proud these street again
And they’ll all look at me again
And they’ll see that I’m strong.

“Don’t give up, don’t ever give up”

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Wenn ich wieder gesund bin und die Therapien hinter mir liegen, fliege ich nach New York!

Dieses Versprechen habe ich mir im September letzten Jahres gegeben als ich meine Reisepläne zunächst erstmal zur Seite legen musste. Und nun bin ich hier… in Big Apple. In der Stadt, die niemals schläft. Auch ich finde heute Abend keinen Schlaf, obwohl sowohl meine Füße und auch mein Rücken eine Pause brauchen.

Ich bin überwältigt, beeindruckt und erschlagen zugleich von den Dimensionen dieser Stadt.

In der Subway fallen mir sofort einige Plakate ins Auge. Ein junger Mann ohne Haare und mit Traurigkeit in seinen Augen. Daneben steht “Lungenkrebs, Stadium 4.”

Noch am selben Abend wird im Fernsehen zwischen zwei Basketballspielen zum Spenden aufgerufen denn in diesen Tagen findet die Jimmy V Woche zugunsten der Krebsforschung statt. Die Erlöse der Basketballspiele und viele Spenden gehen in die 1993 gegründete Jimmy V Foundation – www.jimmyv.org. Jimmy Valvanos bewegende Rede aus diesem Jahr beeindruckt mich, vorallem die Worte “Krebs kann mir alle physischen Bewegungsmöglichkeiten nehmen. Krebs kann aber weder meinen Geist, mein Herz und meine Seele berühren.” Und er sagt “gib nicht auf, gib niemals auf”. Genau dieser Spruch steht bei mir zu Hause und motiviert mich seit über einem Jahr.

Im Hard-Rock Café finde ich eine Special T-Shirt Edition mit einer Rosa Schleife… es wird mich immer an diese besondere Reise erinnern.

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Quand je suis en bonne santé et les thérapies sont derrière moi je pars à New York!

En septembre l’année dernière quand soudain j’ai du mettre mes projets de voyages entre parenthésé je me suis fait cette promesse. Et moi voilà… au Big Apple. Dans la ville qui dort jamais. Ce soir moi non plus je n’arrive pas à m’endormir et pourtant mes pieds et mon dos ont besoin d’un peu de repos.

Je suis submergée, impressionnée et bouleversée en même temps par les dimensions de cette ville.

Dans le subway je suis attirés par quelques affiches. Un jeune homme au regard triste et sans cheveux. Écrit en grand “Cancer de poumons, stade 4.”

Le même soir à la télé dans les pauses d’un match de basketball les commentateurs demandent du support pour collectionner des fonds. C’est la semaine Jimmy V, la sensibilisation pour la recherche scientifique contre le cancer. Les collectes vont dans la fondation Jimmy V, fondé en 1993 – www.jimmyv.org. Le discours de Jimmy Valvano de cette année me touche beaucoup, surtout les paroles “Le cancer peut me prendre tous mes capacités physiques. Mais le cancer ne peut pas toucher ni mon esprit, mon cœur et mon âme.” Et puis il demande “n’abandonne pas, n’abandonne jamais”. Sur une carte postale à la maison j’ai exactement les mêmes mots qui m’accompagnent et me motivent depuis plus qu’un an.

Au Hard-Rock Café je tombe sur un t-shirt d’une édition spécial avec le ruban rose… cela me rappellera toujours de ce voyage particulier.

 

Drei-hundert-fünf-und-sechzig. Trois-cent-soixante-cinq.

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Drei-hundert-fünf-und-sechzig.

Das ist die Zahl dieser Tage. Dieser Tage dunkler Erinnerungen. Ich darf sie in heilender Umgebung verbringen, in behutsamen Händen von brillianten Ärzten, Pflegern, Therapeuten. Die Klinik für Tumorbiologie ist der richtige Ort für diese “Jahrestage”.

Der Albtraum beginnt nach einem schönen Essen mit Freunden an einem Freitag Abend, am 9. August 2013, ich bin genau 37 Jahre und 7 Monate alt. Noch immer sehe ich mich im Türrahmen zum Gästezimmer stehen, die Arme verschränkt, meine linke Hand auf meiner rechten Brust und dann… diese furchtbar schreckliche Entdeckung. Da ist etwas Murmelgrosses an einem Platz in meinem Körper, wo es nichts zu suchen hat. Ruhig weiteratmen, tun als wenn nichts wär. Atmen, atmen, atmen. Jetzt nur keine P-A-N-I-K, neeeeeeiiiinnnnn. Es darf nicht sein, was nicht sein kann. Sch… wie soll ich diese Nacht überstehen?

Ich lege mich ins Bett und meine Hand wandert immer wieder zu der Stelle. Was ist das? Seit wann ist das da? Warum hab ich das nicht schon eher bemerkt? Geschwollene Lymphdrüse? Knoten in der Brust. Kr… NEIN. Sprich es nicht aus das K-Wort. Das darf nicht sein. Das darf jetzt nicht passieren. Sei stark, wie immer. Versuch zu schlafen, alles wird gut. Morgen früh ist das Ding wieder weg. Waere Daisy heute nicht bei mir geblieben, haette ich das Ding wahrscheinlich nicht entdeckt.

Was ich zu dem Moment noch nicht weiss… sie soll in den nächsten Tagen mein rettender Engel sein.

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Trois-cent-soixante-cinq.

C’est le chiffre de ces jours. Ces jours des mémoires noir. J’ai la grande chance de les passer dans un environnement qui guéri, dans les mains des médecins, infirmières et thérapeutes extraordinaires.
La clinique pour biologie de tumeur est la place juste pour ces “anniversaires”.
Le cochemare commence après un chouette dîner entre amies un vendredi soir, le 9 août 2013, j’ai exactement 37 ans et 7 mois.

Je me vois encore debout dans la porte vers la chambre d’amis, les bras croisés, ma main gauche sur ma poitrine droite et d’un coup… cette découverte terrible. Un truc de la taille d’une bille à un endroit dans mon corps ou cela ne devrait pas être. Respire calmement, fais comme si rien n’était. Respirer, respirer, respirer. Pas de P-A-N-I-Q-U-E, noooooooonnn. Zut, comment je vais passer cette nuit?
Je vais me coucher mais ma main retourne sans arrêt à cet endroit. Qu’est-ce-que c’est? Depuis quand c’est là? Pourquoi je n’ai rien senti avant? Des lymphes gonflés? Un nœud dans la poitrine. Can… NON. Ne prononce pas ce C-mot. Ce n’est pas possible. Ceci ne peut pas arriver maintenant. Reste forte comme d’habitude. Essaie de dormir, demain matin ce machin n’existe plus. Si Daisy ne serait pas rester dormir chez moi je n’aurais probablement pas découvert ce machin.

Ce que j’ignore à ce moment là, elle va être l’ange qui me sauvera dans les jours qui suivent.