Author Archives: dphotographie

Zwischen zwei Leben: Notausgang.

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Beim Betrachten des Fotos vom Aufbau unserer Ausstellung “Mäin perséinleche Wee” im Kinneksbond Mamer am heutigen Nachmittag fällt mir spontan der Titel “Notausgang” ein.

Mein ganz persönlicher Weg durch ein unbekanntes, verwirrendes, schmerzhaftes “Dazwischen”.

Das rechte Bild, entstanden zu Beginn der Chemotherapie, ist meine innere Zerrissenheit, abgetrennte Wege, komplettes Chaos, fehlende Teile im turbulenten Rahmen des Möglichen.

Das linke Bild 5 Jahre danach. Immer noch im Zeichen von Pink. Das Durcheinander ist noch nicht ganz vorüber aber es scheint harmonischer zu werden, irgendwie sanfter. Und doch bleibt in den Zwischenräumen immer ein Zweifel, ein Schatten von Angst.

Und heute erscheint diese offene Tür zwischen Beiden. Ein Notausgang. Vielleicht keine schlechte Idee! Ein neuer Weg irgendwo in der Mitte zwischen Gesten – Jetzt und Irgendwo.

Ich freue mich auf ein neues Abenteuer am Freitag Abend: 18h30 Kinneksbond Mamer

http://www.kinneksbond.lu/fr/4/eid,3260/agenda/arts-de-la-scene/THE+EPHEMERAL+LIFE+OF+AN+OCTOPUS.html

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Platz machen. Für Neues.

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Sie ist weg. Verschwunden aus meinem Leben. Sie wird mir nicht fehlen, denn ich hab sie nie gewollt und schon gar nicht gemocht. Dabei war sie nicht hässlich, hat sich durch viel Arbeit mir angepasst. Sie sollte mich begleiten für ein paar Monate, sollte mich vor komischen Blicken schützen. Aber jedesmal wenn ich mit ihr unterwegs war hab ich mich unwohl gefühlt. Ich frag mich, warum ich mich nicht schon vor einiger Zeit von ihr getrennt habe? Warum sie irgendwo immer noch einen Platz in meiner Existenz hatte? 5 Jahre lang. Völlig blödsinnig… denke ich jetzt zumindest.

Nun ist es jedenfalls geschehen, wir sehen uns nie wieder und ich weine ihr keine Träne hinterher.

Ab in den Müll, der morgen früh abgeholt wird. Adieu Perücke!

Wenn du langsam beginnst, Deinen Körper wieder zu spüren.

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Tina Turner Meditation-Musik hilft mir dabei. Diese Rock-Stimme kann doch gar nicht zu Stille und somit zu Dir selbst führen?

Doch.

Denn Tina hat auf ihrem harten Lebensweg auch zu der wohltuenden Wirkung von Mantren gefunden.

Und diese gepaart mit ihrer unvergleichlichen Stimme sind eine Wohltat für meine Seele.

20.12., 20Uhr

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Das 18. Jahr in diesem Jahrtausend geht seinem Ende zu. Es ist der 20. Dezember und die Glocken der Basilika hier im Dorf läuten die zwanzigste Stunde.

2018 eben.

Weihnachtspost ist verschickt obwohl ich mich dazu doch sehr zwingen musste. Aber was können meine Freunde schon dafür, dass ich mich im Moment wie ausgeschleudert fühle.

Regen prasselt auf die Dachfenster, fühlbar ohne Pause die letzten Tage. Bei mir laufen die Tränen.

Ich denke über dieses Jahr nach, es war anstrengend mit viel Traurigkeit. Aber es gab auch ein paar schöne Momente. Vor allem war ich heute sehr stolz, unsere Europa Donna Luxembourg Briefmarke auf die Weihnachtskarten zu kleben.

Zimmer 2815

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Zimmer 2815. 6h26. Stützstrümpfe für die OP. Omas blaue Strickjacke. Ein kleiner gestrickter Babyschuh aus rosa und weißer Wolle.

Time to say goodbye kleiner Krümel. Du warst nicht gesund genug, um zu leben.

Ich gebe Dich heute früh dem Universum zurück, Deine Seele soll leuchten, ich werde niemals den Moment Deines kleinen Herzschlages vergessen.

Was auch immer nun kommen mag, Du bist in meinem Herzen.

Ich verzeihe mir und Dir und der Natur, dass ich Dich niemals in meinem Arm halten werden kann.

Deine kurze Existenz in meinem Leben hat mir viel Freude gebracht aber auch Ängste und schlussendlich Trauer, Tränen und Wut.

Jetzt gerade spüre ich die Liebe in mir, die ich Dir gern gegeben hätte. Nimm sie mit auf Deine Reise und vergiss mich nicht.

Deine Mama

7h30 Aufwachraum.

Eine andere Patientin wird hereingeschoben. Nach Kaiserschnitt. Ihr Sohn heißt Rafael. Ich will schreien. Mein Herz sticht.