Category Archives: Freude

Kannst Du nicht mit mir zu Hause bleiben?

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Oh Herzchen, das würde ich gern. Aber wer bezahlt dann Dein Hundefutter und das Dach über unseren Köpfen?

Und die nächsten Ferien sind noch so weit weg…

In der Zwischenzeit freue ich mich auf jeden Feierabend denn Du bereitest mir tagtäglich einen so freudigen Empfang. Frag mich, wie ich ohne Dich hab leben können.

Bis heute Abend kleine Naya. I love you!

Einer geht & einer kommt. Quelqu’un s’en va, quelqu’un d’autre va arriver.

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September 1989. Mein Bruder wird am 5. geboren, meine Urgroßmutter stirbt am 11.

27 Jahre später. Dezember 2016. Meine Großmutter schläft ein und mein Bruder wird in diesen Tagen zukünftiger Vater.

Seit gestern weiß ich um das freudige Ereignis was sich für Anfang September ankündigt. “Klein-Bieber”, mein Kosename für den Wurm, denn das Ultraschallbild zeigt in den Umrissen tatsächlich momentan eine bieberähnliche Form, wird mich zum Tantchen machen! Große Freude! 💖🍼💘

Glückwunsch den werdenden Eltern! 💐

Schade, dass Omi das nicht mehr erleben kann 😥. Aber es wird neue Omis in der Familie geben!

Tat nicht mal weh!

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“Normalerweise sind meine Kunden wesentlich jünger” schaut mich die Dame im Uhrengeschäft verwundert an. Ok, denke ich… dann gehör ich nun eben offiziell zu den Alten. Kann ich jetzt auch nichts dran ändern, das zweite Loch in meinem rechten Ohr möchte ich trotzdem und bitte schnell. Denkste… lange Belehrung, muss unterschreiben, mir erstmal einen Gesundheitsstecker aussuchen, der dann 6 Wochen drin bleiben muss. Häh, wie? Das war doch früher nicht so!!! Da wurde im Vorbeigehen mal kurz Ohrlöcher gestochen, Ohrringe rein und fertig. Zeiten ändern sich eben und Ohren wohl auch.

40 Minuten später verlasse ich den Laden, mit einem kleinen pinken Stein in meinem Ohrläppchen. Bin happy, tat gar nicht weh.

Mit viel Geduld und kleinen Schritten zum Ziel.

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Mein Motto des heutigen Tages aber auch das von 10 anderen Frauen die sich mit mir der Herausforderung gestellt haben, auf die Spitze des Breithorn (4164 Metern) zu steigen.

Der Berg wollte uns auf eine Probe stellen, so wie wohl auch die Krankheit, die unsere Gruppe direkt oder indirekt verbindet.

Schritt für Schritt (4)

Ein Blitzeinschlag und eine neue Gewitterfront machen es uns unmöglich, die Besteigung wie geplant zu unternehmen. Enttäuscht fahren wir von 2.800 Metern wieder zurück ins Tal, eine weise Entscheidung unserer Bergführer denn es kracht ein paar Stunden später gewaltig in den Bergen. Unsere Geduld soll allerdings belohnt werden, zunächst mit einem spektakulären Ausblick auf das Matterhorn und am nächsten Morgen mit dem OK dass wir rauf können.

Unten im vernebelten Tal nieselt es, als wir uns auf den Weg machen. Die erste Seilbahn nach oben ist unsere, gemeinsam mit den Arbeitern die an den verschiedenen Stationen schaffen. Mir tut leider mein Kopf weh und so suche ich einen ruhigen Platz abseits der aufgeregten Gruppe.

Schritt für Schritt (1)

Am Plateau Glacier Paradies – Klein Matterhorn (3883 m) ist die Fahrt zu Ende und es heißt, Bergsteigermontur anziehen, Mütze, Handschuhe, Sonnenbrille und los … in kleinen Gruppen von 3 und 4 Frauen.

Eine Seite unseres Weges liegt total im Nebel, die andere raubt einem fast den Atem mit einer fantastischen Bergwelt vor blauem Himmel. Wieder so eine Parallele zur Krankheit und Therapie, wo es klare und düstere Tage gibt.

Ich realisiere sehr schnell, dass meine Kondition nicht die Beste ist und dass dieser Aufstieg sehr sehr schwierig wird aber ich möchte nicht aufgeben. Einen Schritt nach dem anderen durch den Tiefen Schnee, ganz langsam, atmen, den Rythmus halten. Die Luft wird dünner und mir wird schwindelig, Schweiß läuft mir übers Gesicht, ich kann nur noch auf meine und Micky’s Füsse schauen, denen ich folge. Es ist hart, richtig hart und ich bräuchte eine Pause, die allerdings wäre fatal und so zieht mich Leo und Micky mit nach oben.

Meine Beine zittern, mein Kopf dreht, meine Tränen laufen. Und am Ende stehe ich da oben und kann es nicht glauben, dass ich es geschafft habe.

In einer Mischung aus überglücklich und völlig fertig liegen wir uns alle in den Armen. Wir sind auf dem Berg! Gruppenbild mit unseren pinken T-Shirts – unser Zeichen unsere Nachricht an alle von Brustkrebs Betroffenen.

Schritt für Schritt (3)

Als Mitglied von Europa Donna Luxembourg habe ich seit Ende April die Möglichkeit, mich aktiv zu engagieren im Kampf gegen Brustkrebs. Europa Donna ist Sprachrohr, Ohr, Schulter und Hand. Keiner muss allein den schwierigen Weg durch die Krankheit gehen.

Danke an www.europadonna.lu für die Organisation dieses ganz besonderen und unvergesslichen Wochenendes in meinem Leben. Danke an unsere tollen Bergführer für das sichere Rauf- und Herabbringen.

Luft & Liebe.

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Lange dachte ich, dass ist nur so eine Floskel aber nun werde ich eines besseren belehrt.

Ja, man (frau) kann davon leben!

Seit in seit Ewigkeiten nicht mehr Sonntag morgens um 7 Uhr aufgestanden, und schon gar nicht um dann eine Stunde spazieren zu gehen. Und ich hab auch seit Ewigkeiten nicht so viele Kuscheleinheiten bekommen wie von dieser kleinen Lady.

Noch ist alles sehr neu, sowohl für mich als auch für sie aber Tag für Tag lernen wir beide, uns zu kennen. Nie hätte ich gedacht, dass man sich so schnell an einen Vierbeiner gewöhnen kann. Wir brauchen uns beide, denke ich. Naya ist für mich sowohl physisch als auch mental ein guter Therapeut und ich bin guter und wichtiger Versorger… kein schlechter Deal.

Vor zwei Jahren um die Zeit kam ich aus meiner vorletzten Chemo, wenn mir damals jemand prophezeit hätte, dass in 48 Monaten eine kleine Hundedame meine nächste grosse Liebe wird, hätt ich wohl den Vogel gezeigt… tja, manchmal geht das Leben eigenartige Wege.

PS: Ich verspreche, dies wird nun kein Hunde-Blog aber momentan hat sie einfach mal Priorität 🙂

 

Aus Versöhnung wird Liebe. De “faire la paix” devient l’amour.

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Porto nimmt mich sofort in seinen Bann. Der Charme der Häuserfronten ist beeindruckend, egal ob renoviert oder in einem verkümmerten Zustand, irgendwie passt es doch alles zusammen, hat seine eigene Harmonie. Auf den Strassen ist das Leben zu spüren, zwei junge Menschen zaubern riesige Seifenblasen in die Luft direkt am Ufer des Douro, die Kinder rundherum machen sich einen Spass daraus, sie kaputt zu machen. Etwas weiter weg spielt eine ganze Band lustige Musik und noch etwas weiter singt ein junger Mann Liebeslieder. Die Anspannung der letzten Wochen weicht langsam aus meinem Nacken und ich geniesse es, einfach nur da zu sitzen und den Passanten zuzuschauen.

(c) Porto 2016-03-06

Und dann bekomme ich diese SMS mit einem Bild, was mein Leben auf den Kopf stellen wird.

Dunkle Kulleraugen. Peng! Es ist um mich geschehen!

8 Monate alt. Abgestossen.

Kein Platz für sie in viel zu überfüllten Tierheimen noch dazu in katastrophalen Zuständen und daher in 8 Tagen zum Tode verurteilt, wenn sie bis dahin kein neues Zuhause findet. Joana, ihre Retterin und Paten-Frauchen geht mit mir zu ihr und seitdem geht mir diese kleine Lady nicht mehr aus dem Kopf.

Wir beide werden zu einer Familie am internationalen Frauentag.

©Naya 2013-03-08