Category Archives: Deuil

Zimmer 2815

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Zimmer 2815. 6h26. Stützstrümpfe für die OP. Omas blaue Strickjacke. Ein kleiner gestrickter Babyschuh aus rosa und weißer Wolle.

Time to say goodbye kleiner Krümel. Du warst nicht gesund genug, um zu leben.

Ich gebe Dich heute früh dem Universum zurück, Deine Seele soll leuchten, ich werde niemals den Moment Deines kleinen Herzschlages vergessen.

Was auch immer nun kommen mag, Du bist in meinem Herzen.

Ich verzeihe mir und Dir und der Natur, dass ich Dich niemals in meinem Arm halten werden kann.

Deine kurze Existenz in meinem Leben hat mir viel Freude gebracht aber auch Ängste und schlussendlich Trauer, Tränen und Wut.

Jetzt gerade spüre ich die Liebe in mir, die ich Dir gern gegeben hätte. Nimm sie mit auf Deine Reise und vergiss mich nicht.

Deine Mama

7h30 Aufwachraum.

Eine andere Patientin wird hereingeschoben. Nach Kaiserschnitt. Ihr Sohn heißt Rafael. Ich will schreien. Mein Herz sticht.

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Heartbeat.

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Mein Herz tut so sehr weh, weil Deines aufgehört hat zu schlagen.

Es ist hart, Dich gehen lassen zu müssen kleiner Krümel.

Mon cœur est brisé car ton cœur s’est arrêté à battre. Il est tellement dure de te laisser partir petit Krümel.

This song is for you:

https://youtu.be/Pr6I2t57nk8

15. Oktober

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Ab heute Abend hat dieser 15. Oktober eine weitere wichtige Bedeutung in meinem Leben.

Ich habe nämlich heute gelernt, dass er nicht nur der Tag der Brustgesundheit ist sondern auch der Tag der Sternenkinder (Pregnancy and Infant Loss Remembrance Day).

Vier Kerzen leuchten heute Abend in unserem Zuhause.

Verdammter scheiss Krebs.

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Welch böse Ironie des Schicksals. Die gesamte letzte Woche stand unter der Thematik Brustkrebs… Solidarität, Aufklärung, Forschung, Fortschritte in der Diagnose und Therapie. Ich war so voller Hoffnung für alle Betroffenen. Und nun schlägt diese miese Krankheit erneut eine große Lücke in meinen Freundeskreis. Es ist so bitter!

Du wusstest, dass irgendwann der Tag kommt mit dem Wort “auskuriert” und Du wusstest, dass es dann keinen Ausweg mehr gibt. Dein Wunsch zu leben, zu überleben hat Dir die letzten Jahre die Kraft gegeben, Dich durch Therapien und Schmerz zu kämpfen. Deine Stärke hat mich beeindruckt. Unsere Gespräche waren voller Ehrlichkeit und das hat sie so wertvoll gemacht.

Ich ärgere mich, weil ich Dir einige Zeit nicht geschrieben habe, weil ich zu sehr mit mir selbst beschäftigt war. Nun gibt es dazu keine Chance mehr.

Ich will den Gedanken nicht zulassen, dass Du nicht mehr lebst. Ich schreie “Nein” in den Himmel dieser traurigen Nacht.

Möge Deine Seele tanzen!

Warum habe ich so lange gewartet?

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Es ärgert mich, ich ärgere mich. Und zwar über mich selbst.

So oft habe ich mir abends gesagt, ich sollte zum Hörer greifen und Dich anrufen. Dich fragen, wie es Dir geht und ob ich etwas für Dich tun kann.

Dann verging wieder und wieder eine Woche und obwohl das schlechte Gewissen immer größer wurde, habe ich es nicht auf die Reihe bekommen, mich bei Dir zu melden.

Dann, am 2.März morgens auf dem Weg zur Arbeit warst Du so intensiv present in meinen Gedanken, dass ich ahnte, es sei zu spät.

Per Email kommt die Bestätigung zwei Stunden später.

Die lebensfrohe, mutige und so tapfere Micky ist von uns gegangen.

Es tut weh, richtig weh. Und zu dem Schmerz der Trauer gesellt sich der Schmerz der Wut. Wut über mich selbst, Wut über die Ungerechtigkeit, über das Schicksal und vor allem Wut über den verdammten scheiss Kerl namens Krebs.

Du hast mich auf dem Berg begleitet, hast mir auf den letzten Höhenmetern Mut gemacht und mich nicht umkehren lassen. Du hast das Unglaubliche wahr gemacht! Du warst mein Held, und nicht nur auf dem Berg!

Wir waren einige Hundert auf Deiner Trauerfeier. Hunderte junger Menschen, denen Du begegnet bist mit Deiner außergewöhnlichen Art, Deinem warmen Herzen, Deinem unerbitterlichem Mut. Und im Meer von Blumen, im Meer von Tränen steht Deine Asche in einer dunkelblau schimmernden Urne und Du lächelst uns auf dem Photo davor an als würdest Du uns sagen wollen: “seid nicht so traurig!”

Micky, ech hunn Dech an mengem Hierzen. Fir emmer!

achtzehn-fünfzehn 

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Vor einem Monat.

Wo ist die Zeit hin?

Wann fängt es an, weniger weh zu tun?

Du fehlst mir so sehr liebe Omi.

Mein erster Geburtstag ohne Dich war traurig, so traurig. Kein Anruf von Dir, kein “alles Gute, vor allem ganz viel Gesundheit”.

Du bist einen Monat auf Reise.

Ist es schön, dort wo Du bist?

Ich habe mir von Deinem letzten Weihnachtsgeschenk eine tolle neue Tasche gekauft, sie würde Dir gefallen. Nun erinnert sie mich an Dich jeden Tag. Obwohl … dafür brauch ich keine Tasche. Du bist in meinem Herzen.

In Liebe & unendlicher Dankbarkeit.

Deine D