Bei schönstem Herbstwetter haben sich um die 500 Menschen am Echternacher See eingefunden, um ein Zeichen zu setzen für die viel zu vielen Betroffenen von Brustkrebs.
Danke an jeden Einzelnen der einen kleinen Beitrag dazu leistet und an den gemeinnützigen Verein Think Pink Luxembourg für dieses jährlich im Oktober stattfindende Event.
Ein Schmunzeln huscht mir übers Gesicht als mein Zug in den Bahnhof einfährt. Er trägt die Nummer 2013.
Für mich steht diese Zahl für ein Jahr was mich für immer verändert hat.
Heute auf den Tag genau vor 10 Jahren um 15h50 habe ich die Worte gesagt bekommen, die niemand jemals in seinem Leben hören möchte.
„Es ist Krebs.“
Ein Jahrzehnt später kann ich glücklich behaupten: ich habe die Krankheit besiegt.
Das habe ich natürlich nicht allein geschafft und deshalb gehen meine Gedanken und meine Tiefe Dankbarkeit an alle, die Teil meines Weges waren und noch immer sind.
Die Angst sitzt immer irgendwie im Nacken und die jährlichen Kontrollen lösen große Nervosität aus. Jeder Bericht mit der Konklusion “Nichts auffälliges” ist ein Triumph.
Octobre rose. Je suis enchantée de voir les rubans roses un peu partout en signe de solidarité pendant ce mois dédié à la sensibilisation pour le cancer du sein.
Chaque jour j’ai un accessoire rose avec moi. Pour toutes les femmes touchées par cette maladie.
Mes résultats de IRM du début du mois étaient rassurants… une année de plus en plein guérison. Il n’y a pas un mot pour exprimer ce soulagement.
Anja Caspary hat mich mit ihrer schonungslos ehrlich geschriebenen Geschichte um den Schlaf der letzten Nacht gebracht. Ich konnte das Buch einfach nicht aus der Hand legen. Es ist fast unvorstellbar was eine Menschenseele alles ertragen kann oder muss.
Die Zeilen der letzten Seite sind eine wertvolle Lektion im Leben. « Wo nichts zu ändern ist, bleibt nur es anzunehmen. »
Ein weiteres Jahr neigt sich langsam dem Ende zu, ein weiteres gesundes, krebsfreies Jahr. Mein Oktober steht wieder unter dem Zeichen der rosa Schleife, die ich bewusst und mit stolz trage. Nicht nur als Pin an der Weste sondern als Tattoo auf meiner Haut.
Acht Jahre sind vergangenen seit den dunklen Stunden, Tagen und Wochen nach der Diagnose. Ein langer und steiniger Weg lag vor mir, glücklicherweise wusste ich das damals nicht im Detail. Was uns nicht umbringt, das macht uns stärker. So sagt man jedenfalls, was man nicht sagt ist, wie lange das dauert mit dem Stärkerwerden.
Die Zeit heilt Wunden. Auch so ein Spruch. Ich bin davon nicht überzeugt. Zeit hilft, zu verstehen, Abstand zu gewinnen, lässt Dinge verblassen aber heilen was so tief eingebrannt ist wie die Angst vor dem Sterben, das kann Zeit definitiv nicht.
Und das ist auch gut so, denn Vergessen würde bedeuten, dem Vergangenem, dem fast Unmachbarem, der Angst aber auch dem Mut seine Bedeutung zu nehmen.
Der Krebs hätte mich fast getötet aber irgendwie letztendlich auch gerettet. Er hat mich an meine Grenzen gebracht, die ich nun kenne und respektiere. Jeden Tag aufs Neue.
Manchmal ist es einfach nötig, eine Informationspause einzulegen und zu entschleunigen. Kein TV, kein Internet, kein WhatsApp, …
Einige Tage an der See, so sehr ersehnt nach langen Monaten des Lockdowns. Und Zeit, die letzten Monate etwas Revue passieren zu lassen. Was in der neuen Normalität besonders auffallend erscheint ist die Sensibilität gegenüber Geräuschen. Meine Ohren mögen überhaupt keinen Krach mehr.
Die Seeluft tut gut und es ist eine Freude, die Hunde am Strand toben zu sehen.
Ich feiere mein achtes Jahr nach Krebs und bin froh über all die guten Dinge, die jetzt in meinem Leben ihren Platz gefunden haben.
… what a special discovery during this pink October … one of the best snooker players painted his fingernails in pink to raise awareness for breast cancer! Bravo & thanks Ronnie O’Sullivan.
Ein großes lautes « Yep » höre ich mich sagen auf die Frage « Hallo Frau Pfaltz. Na sie kommen doch zum letzten Mal? »
5 Jahre Nachbetreuung durch das Team der Radiotherapeuten im Trierer Mutterhaus gehen heute zu Ende.
Ein Gefühl von « frei » stellt sich ein und dann doch auch gleich wieder der Gedanken « hoffentlich ist es wirklich das letzte Mal. »
Im Eingangsbereich des Strahlenzentrum hängt ein Poster. Es verrät, dass ab Juli 2019 mit einem Linearbeschleuniger der neuesten Generation behandelt wird.
« Einzigartig in dieser Region ist der PerfectPitch-Robotertisch ».
Ich bin erfreut, zu sehen, dass technische Fortschritte im Bereich der Strahlenmedizin die seit Jahren auf Kongressen vorgestellt werden nun auch ihren Weg zum Patienten finden!
“Wir machen ihre Akte jetzt zu, sie sind für uns geheilt”.
Mein Dank für eine bemerkenswerte medizinische Betreuung gilt Dr Siekmeyer und ihrer Mannschaft.
Zum Abschied sag ich nur Tschüss und nicht auf Wiedersehen.