2 Tage Heidelberg. Ein hochinteressanter Kongress.
Es war für mich nicht nur das Lernen über neueste Wege ganzheitlicher Krebstherapien,
sondern vor allem die Bestätigung meines persönlichen Weges nach der Erkrankung.
Anzuerkennen, dass es nicht nur guter ärztlicher Versorgung bedarf, sondern einer guten Portion Selbstfürsorge und Selbstliebe und einem Umfeld, dass einem nicht ständig Kraft und Energie kostet, ist mein Schlüssel zu einem guten Wohlbefinden und dauerhafter Gesundheit.
Dazu gehört auch achtsames Kommunizieren, sich seinen Ängsten stellen und sich auf seine Stärken besinnen. Es braucht Mut, neue Wege zu gehen aber sie sind es wert.
… was für eine tolle Kampagne um auf die große Herausforderung eines jeden Patienten aufmerksam zu machen… das Warten. Warten auf den Arzttermin, auf die nächste Kontrolluntersuchung, die Ergebnisse der Biopsie, die Auswertung der letzten Blutprobe. Warten wird zum ständigen Begleiter.
Beim Betrachten des Fotos vom Aufbau unserer Ausstellung “Mäin perséinleche Wee” im Kinneksbond Mamer am heutigen Nachmittag fällt mir spontan der Titel “Notausgang” ein.
Mein ganz persönlicher Weg durch ein unbekanntes, verwirrendes, schmerzhaftes “Dazwischen”.
Das rechte Bild, entstanden zu Beginn der Chemotherapie, ist meine innere Zerrissenheit, abgetrennte Wege, komplettes Chaos, fehlende Teile im turbulenten Rahmen des Möglichen.
Das linke Bild 5 Jahre danach. Immer noch im Zeichen von Pink. Das Durcheinander ist noch nicht ganz vorüber aber es scheint harmonischer zu werden, irgendwie sanfter. Und doch bleibt in den Zwischenräumen immer ein Zweifel, ein Schatten von Angst.
Und heute erscheint diese offene Tür zwischen Beiden. Ein Notausgang. Vielleicht keine schlechte Idee! Ein neuer Weg irgendwo in der Mitte zwischen Gestern – Jetzt und Irgendwo.
Ich freue mich auf ein neues Abenteuer am Freitag Abend: 18h30 Kinneksbond Mamer
Erst kürzlich wieder fragte mich jemand danach, ob es denn so gut wäre, sich nach einer Krebserkrankung recht aktiv in einer Vereinigung wie http://www.europadonna.lu zu engagieren. Meine Antwort lautet seit 2 Jahren: “Ja.” Zumindest gilt dies für mich.
Dann folgt meistens noch ein zweiter Versuch mit “aber das kann Dir doch nicht gut tun. Wie willst Du denn mit dem Geschehenen abschließen?”
Doch, es tut mir gut. Oder besser, ich tue etwas dafür, dass es anderen besser geht, die jetzt gerade an dem Punkt stehen, wo es heißt “bösartig”.
Zu zeigen, dass es zu schaffen ist und das es ein schönes Leben nach der Krankheit gibt, das tut gut.
Und zum Thema “Abschließen” nur soviel… googelt mal das Wort Krebs in den News des Tages… heute allein gab es dazu 11 Einträge, zwei davon auf den ersten drei Artikeln unter dem Thema Gesundheit.
“Krebs geht nicht davon weg, indem man ihn wegignoriert.” Miriam Pielhau, 2015
Ich empfinde es als eine Verpflichtung, vor allem gegenüber all den Frauen, die so viel zu früh gehen mussten, so oft wie nur möglich, das Tabou Brustkrebs zu brechen.
Ich versüße mir den bitteren Beigeschmack den dieser 23. August leider nicht verliert mit der Bestellung eines pinken Snoppy T-shirts. Limitierte Auflage, so wie ich 😉